|
ÜBER DIE KUNST DER VERFÜHRUNG
Eine Notiz des Choreografen Matthew Mohr
Wie für viele junge Amerikaner, die, wie ich,
in den 1980er Jahren außerhalb der großen
kulturellen Zentren des Landes aufwuchsen,
war "The Rocky Horror Picture Show" wie
ein persönlicher Befreiungsschlag und von
entscheidend künstlerischem Einfluss. Damals, als an Kabelfernsehen und Internet
noch nicht zu denken war, gestaltete es sich
sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich,
einen kulturellen Zugang zu etwas zu finden,
das sich außerhalb des medialen Mainstreams
bewegte. Schon die bloße Konfrontation
mit einem Kunstwerk von hoher Qualität wie
Kreativität, das nicht den konservativen
Normen entsprach, war ein lebensveränderndes Ereignis und öffnete eine Tür zu einer
kultiviert ästhetischen Welt, die uns ansonsten verwehrt blieb.
Millionen von Amerikanern, die sich nach
Alternativen sehnten, wurden durch die
mitternächtlichen Kult-Vorstellungen der
"Rocky Horror Picture Show" in anspruchsvollen Programmkinos, dieser subtile Witz
gepaart mit einer kompromisslos sexuellen
Ausgelassenheit, erstmalig zugänglich. Das
Zelebrieren von Selbstverwirklichung, spielerischer Sexualität und intelligentem, sinnlichen Exhibitionismus eröffnete alternative
Rollenmodelle abseits der puritanischen
"Normalität", wie sie von den Massenmedien
klar definiert wurde. Die theatralische und
verführerischen Kraft von Frank'n'Furter in
Gestalt eines ungewöhnlichen Helden forderte das Publikum mit seinem/ihrem Aufruf
"Don't dream it - Be it!" heraus und bestärkte es darin, seine Individualität und Fantasie zu offenbaren. Die Tatsache, dass
diese befreiende Botschaft in einem unterhaltsamen Mix aus Rock'n'Roll, Drag Queen-Manierismen und intelligentem Humor
stattfand, animierte die Zuschauer, sich
aktiv einzubringen und mit dem Film zu
interagieren. Das weltweite Phänomen der
"Rocky Horror Picture Show" ist einzigartig
in seiner inspirierenden Kraft zu Selbstentfaltung und Lebensfreude.
Die tiefe und doch spielerische Liebesbeziehung von Rock'n'Roll, Filmwelt und Musical-
Theater, die zu der Schaffung der "Rocky
Horror Show" beigetragen haben, dienen
als Modell meiner Annäherung bei der choreografischen Gestaltung. Ziel ist es, den unterschiedlichen Ebenen in Richard O'Briens
Werk, das Elemente der Burlesque, von
Film-Musicals und B-Movies sowie dem Tanzstil der 50er und 60er Jahre beinhaltet,
Referenz zu erweisen, sie zu unterstreichen
und heraus zu arbeiten. Die Kunst der Verführung, wie sie in der Burlesque zu finden
ist, die rohe Energie des Rock und die Lust
am spektakulären Show Business, all dies
sind für mich choreografische Quellen, die
ich ausschöpfe, um ein Bewegungsvokabular
zu schaffen, mit dem ich den etwas unartigen
Glamour und den intelligenten Humor auf
frische und neue Weise hervor heben kann.
Ich hoffe, auf diese Weise ein Erlebnis zu
schaffen, das Spaß macht, überschwänglich ist und auch ein klein wenig unanständig,
damit ein neues Publikum das für mich einflussreichste Theatererlebnis meines Lebens
genießen kann.
|
Tickets für die ROCKY HORROR SHOW
Schicken Sie uns unverbindlich Ihre Buchungsanfrage oder lassen Sie sich am Telefon beraten
Hotline 7 Tage/Woche von 7:3o-23:oo Uhr
|
|
|