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Premiere der ROCKY HORROR SHOW in Berlin
Triumphaler Erfolg für Richard O’Brien’s Rocky Horror Show in Berlin
Am 31.10.2008 beging die lang erwartete Neuinszenierung des exzentrischen Kultmusicals im Berliner Admiralspalast ihre Premiere, und das Comeback hätte spektakulärer nicht sein können – in jeder Hinsicht.
Stilecht mit erotischen Outfits kostümierte, euphorische Fans, brodelnder Rock’n’Roll, souveräne Darsteller und eine Inszenierung, die das Tempo, den Sexappeal und die schrille Bissigkeit des Enfant terrible der Musicalgeschichte mit voller Wucht auf eine aktuelle Bühne bringt: bei der Premiere von Richard O’Brien’s Rocky Horror Show traf alles zusammen, was dieses exzentrische Stück Musiktheater heute ausmacht.
Ungebrochen zeigt sich der Mitmach-Kult, der sich in der 35-jährigen Geschichte von Musical und Film entwickelte, und die Show so einzigartig macht. Die Zuschauer werfen mit Konfetti, spritzen mit Wasserpistolen und schwenken Lichter auf der Suche nach dem verhängnisvollen „Frankenstein Place“. Die lauten, ironischen und witzigen Kommentare aus dem Publikum blieben selbst bei der Premiere nicht aus.
Doch das eigentliche Ereignis spielt sich bei dieser Inszenierung auf der Bühne ab. Die gesanglich wie darstellerisch brillanten Akteure Rob Morton Fowler in der Rolle des Frank’n‘Furter, Chris Ellis-Stanton als Brad, Ceri-Lyn Cissone als Janet, Stewart Matthew Price als Riff Raff (der ursprünglich vom Autor der Rocky Horror Show Richard O'Brien selbst verkörpert wurde) und Maria Franzén als Magenta, bewegen sich als hinreißendes, vor Spiellust und Energie sprühendes Ensemble, in dem auch Kerry Winter als Columbia, Andrew Gordon-Watkins als muskelbepackter Rocky und Jack Edwards als Eddie und Dr. Scott überzeugen. Zweieinhalb Stunden lang zelebrierten viele Besucher am Freitag die Hymnen aus der Show und tanzten am Schluss den unvergesslichen, unsterblichen Time Warp.
Nicht nur die großartige darstellerische Präsenz und Brillanz, auch und gerade die Stimmgewalt der Akteure riss das Publikum immer wieder zu Szenenapplaus hin. Mit Leichtigkeit verstehen es alle Darsteller, ihren Figuren ein eigenes Leben einzuhauchen – bei gebührendem Respekt vor den durch die Verfilmung des Stoffes fest im kollektiven Theatergedächtnis verankerten Interpretationen der Urbesetzung.
Der Ansatz des Kreativteams, auf die Wurzeln des Stücks zurückzugehen, und es gleichzeitig auf die Höhe der Zeit zu holen, geht in wunderbarer Weise auf. Der Regisseur Sam Buntrock hat die Geschichte in einen Raum versetzt, der an ein verlassenes Filmstudio erinnert. Dem von David Farley gestalteten Raum gelingt es, mit nur wenigen Requisiten eine Stimmung herzustellen, die an das Schloss Frank’n’Furters erinnert und gleichzeitig wirkungsvoll auf die Wurzeln der Rocky Horror Show in den B-Movies der fünfziger und sechziger Jahre hindeutet. Wohl dosiert eingesetzte und auf den Punkt kommende Projektionen fügen sich großartig ein. Ihr Übriges in diesem makellosen Gesamtkunstwerk tut die vom New Yorker Choreografen Matthew Mohr wundervoll choreographierte Floorshow.
- „An diesem Stück stimmt alles – die glamouröse Ausstattung, die energetische Rockband hoch über der Bühne, der Sound, das Licht und ein stimmlich wie tänzerisch triumphales Ensemble wie aus einer anderen Welt“, schwärmt die Berliner Zeitung.
- Der temporeichen Inszenierung gelingt es, so die Berliner Morgenpost, „ die schrille Verruchtheit und den schäbigen Charme, den dieses von amerikanischen B-Pictures inspirierte Rockmusical versprüht, frisch, frech und famos auf die Spitze zu treiben.“
- „Das Premierenpublikum“, so die Morgenpost weiter, „ist beim Finale ganz aus dem Häuschen und tobt das wunderbare Ensemble gleich mehrfach zurück auf die Bühne: „Let’s do the Time Warp! Again!“ Eine großartige gelungene Show, die tatsächlich noch immer keine Patina angesetzt hat.“
- „Überhaupt reagiert das Publikum zum Schluss wie entfesselt“, schreibt die Berliner Zeitung über den Premierenabend. „Richard O’Brien tänzelt beglückt auf der Bühne,.... In Berlin kommen viele schrottige Tournee-Produktionen aus dem Unterhaltungsgewerbe vorbei – diese ist anders. Sie bleibt drei Wochen hier. Das kann nicht reichen.“
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